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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Unnötige Medizin
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 Betreff des Beitrags: Unnötige Medizin
BeitragVerfasst: 13.09.17, 00:45 
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Niemand weiß tatsächlich besser, was das ist, als Ärzte.

Bei
http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0181970

wundern sich Ärzte deshalb, wieso ihre Patienten dennoch immer noch mehr „Medizin“ wollen.

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Unnötige Medizin
BeitragVerfasst: 13.09.17, 06:46 
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Ich nicht. Einer der schwerwiegendsten Gründe für exzessive Medizin ist juristische Absicherung.

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Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


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 Betreff des Beitrags: Re: Unnötige Medizin
BeitragVerfasst: 13.09.17, 10:00 
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Das werden wir bald genauer wissen.

Heute nachmittag erhalte ich den Anruf eines Anwaltes, der meine Frau gegen ein Klinikum vertritt, in dem sie einen anaphylaktischen Schock erlitt und Folgeschäden behalten wird.

Die uns vom Klinikpersonal (!) zugespielten Unterlagen sollten eine astreine Beweislage ergeben.
Mal sehen, wie Richter entscheiden werden. Ich berichte in der Sache.


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 Betreff des Beitrags: Re: Unnötige Medizin
BeitragVerfasst: 13.09.17, 14:57 
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Sehen es denn Ärzte in Deutschland ähnlich? Trotz ganz unterschiedlicher Haftungssysteme? Und würden sie es dann auch laut sagen?
Das wäre eigentlich meine Frage dabei, mit Verlaub. Hier haben wir m. E. mehr das Problem, dass die Kassen Misstrauen säen und Patient bald nicht mehr weiß, gibt es ordentliche Leistungen oder soll an ihm gespart werden.

Frdl. Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 13.09.17, 16:53 
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Fakt ist: es gibt eine "Absicherungsmedizin". Die dürfte öfter die Diagnostik betreffen als die Therapie, aber es gibt eben auch invasive Diagnostik.

Beispiel aus den letzten Tagen, das auch mit dem Thema (= wieso wollen die Menschen immer mehr Medizin, selbst wenn sie die selber zahlen müssen) zu tun hat:

80, körperlich und mental erfreulich fit, pflegt den Ehemann mit schlimmem Parkinson, kann daher nicht in die Klinik. Hatte warum auch immer (wusste den Grund selber nicht) ein CT,
und dabei fand man ein (für das Alter) vergrößertes Ovar mit unruhiger Binnenstruktur. Alarm !

Macht sich der eiligst eingeschaltete Gynnie die Mühe einer genauen Anamneseerhebung, hört er, dass ihr vor 40 Jahren Gebärmutter und ein Eierstock abhanden gekommen sind wegen eines gutartigen Tumors (reifes Teratom) am Letzteren. Hat der k.G klinische und sonographische Erfahrung, weiß er: das Teratom kommt nicht selten beidseitig vor, und das könnt wirklich (wieder) eins sein.

So, und ab hier unterscheiden sich die Mentalitäten.
Ist man Operateur, sagt man: ich weiß nicht, was das ist, es könnt bös sein, ich mach's Ihnen raus und lass es den Pathologen untersuchen.
Ist man Hausarzt, sagt man: ich weiß nicht was das ist, was man damit machen muss muss der Facharzt entscheiden.
Ist man bloß erfahrener Facharzt aber hat sich einen Rest an ärztlichem Denken bewahren dürfen, sagt man der Greisin: in den letzten 6 Monaten hat sich das Ding um keine zwei Millimeter verändert, sekundäre Malignitätszeichen seh' ich keine, Sie haben keine Beschwerden und können sich jetzt nicht unters Messer legen. Ich glaub, das Ding wird Sie nicht umbringen. Lassen's Sie halt alle halbe Jahr mal mit Ultraschall nachgucken.

So, und wer von denen hat jetzt Recht ?

Wo in der Geschichte ist der Fehler ? Ich seh ihn im CT, es wurde offenbar gemacht ohne dass a priori das Resultat eine Konsequenz gehabt hätte.

Und wo im System ist der Fehler ? Der ist da: unser Gesundheizwesen wird von hirnkranken Kassen so umgesteuert, dass der gesunde oder kranke "Fall" deshalb immer mehr Medizin will, weil er immer weniger Arzt kriegt für sein Geld.

PR

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Zuletzt geändert von PR am 14.09.17, 00:00, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Unnötige Medizin
BeitragVerfasst: 13.09.17, 17:24 
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Interessierter

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der Artikel handelt sich aber nicht um die deutsche Medizin, aus diesem Grund gibt es keinen Grund zur Sorge :)

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Beste Grüße,
Newmarket


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 Betreff des Beitrags: Sie brauchen ein weiteres Beispiel ?
BeitragVerfasst: 13.09.17, 18:32 
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Enddreißigerin, verliert derzeit eins nach dem andern Eltern und alle älteren Geschwister an diversen Krebsen, drei Fälle allein Brustkrebs, hat keine bekannte BRCA-Mutation, hat selber einen recht früh erkannten Brustkrebs, hat sich "vorsichtshalber" doppelseitig abladieren lassen, die Hysteradnexektomie ist angedacht.

Ist natürlich mannigfach bildgeberisch durchuntersucht und hat natürlich ein Nebenniereninzidentalom. Kriegt seitdem das bekannt ist unklare und ansonsten unklärbare Flankenschmerzen und ist jetzt natürlich einseitig adrenalektomiert.

Wer eine Ahnung von Anatomie und Chirurgie hat, hat eine Ahnung von Größe und Risiken des Eingriffs.

PR

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