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medizin-forum.de • Thema anzeigen - ITI: intratubare Insemination bei Kinderwunsch
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BeitragVerfasst: 09.01.18, 13:27 
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Interessierter

Registriert: 30.01.17, 20:23
Beiträge: 9
Hallo,

ich habe Fragen zum Thema ITI (intratubare Insemination) bzw. interessiere mich für diese Behandlungsmethode. Leider spukt das Internet dazu nicht so viel Brauchbares aus :) .

Welche Voraussetzungen seitens eines Spermiogrammes sollten/müssen erfüllt sein für eine intratubare Insemination? Es muss ja für Ärzte irgendwie eine Art Richtlinie geben wonach entschieden wird "Ja, hier versuchen wir es." oder eben nicht bzw. entsprechende Ausschlusskriterien.
Über die "herkömmliche" Insemination (IUI) findet man ja so einiges. Wir haben im April einen Termin in einer entsprechenden Klinik, die eben diese ITI anbietet. Natürlich könnte ich mich auch noch gedulden, aber ich/wir würden uns gern schon ein wenig auf das Gespräch entsprechend vorbereiten.
Mein Mann schwankt zwischen einem OAT III und Asthenozoospermien (mehrere SGe vorhanden, ein ganz frisches SG steht im April nochmal an). Wir versuchen es aber bereits seit 2,5 Jahren und es klappt nicht, mit einer ICSI können wir uns, jedenfalls aktuell, nicht anfreunden.

Vielleicht findet sich hier ja auch jemand, der bereits eine ITI hinter sich gebracht hat und über seine Erfahrungen diesbezüglich berichten mag :) .

Danke & LG
Betty


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BeitragVerfasst: 09.01.18, 17:18 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 11249
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
"Mein Mann schwankt zwischen einem OAT III und Asthenozoospermien"- das sind Kriterien für jegliche Art von den angesprochenen Maßnahmen. Man liest deshalb so wenig, weil es selten praktiziert wird. Üblich ist eher die IUI mit vorheriger Aufbereitung der Spermien. Bei wirklich extrem schlechten Spermiogramm kann man diesen ersten Schritt überspringen und zu IVF mit ICSI übergehen. Ich sehe keinen wesentlichen Vorteil zu einer normalen Insemination. Lediglich der Wanderweg der Spermien wird etwas verkürzt, sind sie aber sehr schlecht ( Morphologie, progressive Motilität usw.), ist der Gedanke zwar nachvollziehbar, dürfte aber in der Realität kaum etwas bringen.
Das Eindringen der Spermien bzw. einer einzigen Spermatozoe setzt voraus, dass sich wenigstens einige propulsiv bewegliche Spermien finden, die ohne auffällige Morphologie sind. Ist dies nicht der Fall, nützt ITI auch nichts. Zwar werden ca. 3 cm Weg " abgekürzt"- aber das allein reicht nicht.
Ich habe hunderte von IUI im Rahmen meiner Zulassung zu IVF durchgeführt, alle mit einem Transferkatheter und sehr hoch intrauterin positioniert- der Erfolg/ Mißerfolg war deshalb nicht besser.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 12.01.18, 21:40 
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Interessierter

Registriert: 30.01.17, 20:23
Beiträge: 9
Hallo Hr. Dr. Fischer,

danke für die schnelle Antwort. Ich habe mir etwas Gedanken darüber gemacht und bin aber zu dem Schluss gekommen, dass ich Ihre Ansicht dazu nur bedingt teile. Ich denke, ein Erfolg ist abhängig von der Gesamtsituation.
Es gibt leider nur wenige Studien, in denen die IUI direkt mit der ITI verglichen wird, aber in einer Studie kam heraus: Zitat "Wenn die Sterilität durch eine geringe Spermienzahl bedingt ist, kann die ITI eine gute Alternative zu einer konventionellen IUI sein." Bleibt aber eine Schwangerschaft mit IUI aus, obwohl bei beiden alles ok ist, dann ist auch eine ITI nicht erfolgsversprechender. Nun, bei uns ist das SG eben deutlich eingeschränkt. Während meiner Recherche bin ich jetzt auch darüber gestolpert, dass Frauen, dessen Männer Asthenozoospermien hatten, mit einer ITI durchaus schwanger geworden sind. Wie dem auch sei, die Klinik, für die wir uns nun entschieden haben bietet die ITI an, also, wenn es vom SG und von der Tubendurchlässigkeit her klappen sollte, streben wir dann eine ITI an.

Ich habe nochmal in den SGe nachgeschaut. Bei dem Befund OAT hatten wir nur 2% normal geformte, 6Mio Sperm/mL -> 4mL -> 24mio Sperm gesamt, leider 0% schnelle und langsame, nur 10% lokal bewegliche und 90% unbewegliche, also mehr schlecht als Recht.
In einem anderen SG mit Befund Asthenozoospermien hatten wir 5% normal geformte, 21mio/mL -> 3mL -> 63mio Sperm gesamt, 5% schnelle, 5% langsame, 7% lokal bewegliche und 83% unbewegliche, also immer noch nicht gut, aber deutlich besser.
Wir haben noch andere SGe, aber die sind mehr oder weniger unbrauchbar, da mein Mann zu der Zeit mehrfach operiert wurde und starke Medikamente (Ibuprofen, Antibiotika und Morphium über teilweise längere Zeiträume) genommen hat, aber wir hatten IMMER bewegliche Spermien und auch immer Normalformen dabei, nur immer zu wenige, außer in dem SG oben mit 0%, deshalb zweifel ich das etwas an bzw. traue dem Befund nicht ganz.
Ein aufbereitetes SG haben wir leider noch nicht vor liegen.
Ich hoffe, dass das nächste SG evtl. noch etwas besser aus fällt, da mein Mann das Rauchen mittlerweile seit einem Jahr aufgegeben hat und die letzte OP nun auch ein Jahr zurück liegt und es ihm wieder sehr gut geht.


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